es gibt so menschen.
also, ich bin da anders.
natürlich, das kann jetzt jeder behaupten. stimmt aber auch immer.
und das ist auch immer gut. das alle anders sind. aber so manche menschen. tja. da bin ich dann ein bisschen, wie sage ich es am besten? ratlos? sprachlos? eher so: was ist denn hier los?
und dann fragt man sich: woran liegt denn das? eigentlich ziemlich viele parallelen - bezogen auf die sozio-demographischen fakten - ähnliches alter, selbes geschlecht, ähnliche ausbildung, ähnliche erziehung, ähnliche interessen, vielleicht sogar das selbe sternzeichen (was bei 12 sternzeichen und 8 mrd. menschen auf der welt zugegebenermassen nicht sonderlich schwer ist - da laufen ja ziemlich viele waagen rum und auch die aszendenten machen das bild nicht viel besser - aber ich schweife mal wieder ab) - also, jeder marketingfachmann würde uns aber sowas von in die selbe zielgruppe stecken. Zack: drin sind sie, gemeinsam, in dem panel. und dann schaut man sich die realität an und was sieht man da? mein gesicht, dass eher einem grossen fragezeichen gleicht und nur zu rufen scheint: was ist denn hier los?
ich liebe es, andere menschen kennenzulernen - immer bereicherung. in welcher ausprägung auch immer. von jedem kannst du etwas mitnehmen. musst nur zuhören. und wenn es nur das fragezeichen ist. denn das fragezeichen bringt einen selbst dazu, sich selbst in relation zu setzen. zu sich. zu anderen. zu dem: was will ich sein. und es ist ein gutes gefühl, zu wissen: also so will ich nicht sein. ist gut, dass ich so bin, wie ich bin. hat hingehauen. meistens. so war der plan. oder wenn schon kein plan. dann ist das ergebnis so, dass ich damit leben kann. und wenn ich mich selbst im spiegel anschaue, dann ist da (meistens) kein fragezeichen, sondern eher ein leichtes kopfnicken (manchmal sogar mit lächeln - und da ist es ok, wenn man sich manchmal selbst an- oder auslacht).
was der schlag menschen meistens gemeinsam hat, die aus meinem gesicht ein fragezeichen machen, sind festgefahrene und seltsame überzeugungen. und das kann in sehr viele richtungen ausschlagen - einige sind wirklich so, dass ich sage: entschuldige, aber mit dir mag ich nicht weiterreden und ich hab deinen namen auch gerade in diesem augenblick schon wieder vergessen. die sagen dann aber so sachen, wie: alle ausländer sind scheisse. oder ähnlichen dünnpfiff. darüber muss man ja nicht weiter diskutieren. (als ich noch jünger war, habe ich tatsächlich versucht aufklärungsarbeit zu leisten und manchmal noch heute, kann ich einfach nicht anders, weil es mich so aufregt, aber ich bin dabei gelassener geworden.)
aber es gibt eben auch die alltäglicheren, die die durch ihr leben laufen und so sachen sagen - eigentlich so nebenbei - aber wenn man zuhört - dann hört man die und man fragt sich: was denn hier los?
neulich war so ein fall - da sagte doch tatsächlich eine frau, in einer runde von frauen, als es irgendwie um das thema männer ging (weiss gar nicht wie wir jetzt darauf gekommen sind...), dass männer angst vor rotem nagellack haben. so. und was sie eigentlich sagen wollte, war, dass männer nicht angst vor den kleinen fläschchen haben, die roten nagellack enthalten, weil sie sie vielleicht impotent machen könnten, so wie sitzheizungen in autos, sondern, dass sie angst vor frauen haben, die roten nagellack tragen. weil frauen, die roten nagellack tragen, selbstbewusst sind und extrovertiert und stark. mein gott, was nicht alles in so einem kleinen fläschchen und einer farbe stecken kann.
und sie meinte das ganz ernst, das war kein scherz, nein, sie würde sich keinen roten nagellack auftragen (vielleicht zum fasching, aber dann ist sie ja auch rotkäppchen und nicht sie selber und vielleicht hat sie da auch mal spass, weil sie am nächsten tag sagen kann: das war nicht ich, das war rotkäppchen, das kleine luder), sie nimmt lieber die farblos variante oder wenn sie ganz wild ist, ein zartes rosa. weil, sie will ja schon noch den mann ihres lebens treffen und stell sich einer vor: genau an dem tag, an dem sie ihn trifft, hat sie roten nagellack drauf und der sieht das und rennt schreiend davon, weil er soviel angst vor ihrem selbstbewusstsein und ihrer stärke hat. und hätte sie an dem tag keinen roten nagellack getragen, würden sie jetzt schon gemütlich in ihrer reihenhaushälfte leben und überlegen, wie das erste kind heissen soll (also wenn es ein mädchen wird, würde ich unbedingt eve joy empfehlen, mein derzeitiger favorit). ihre grosse angst ist es, ergo, dass ein mann sich gegen sie entscheiden könnte, weil sie stärke ausdrückt, in dem sie roten nagellack trägt und der mann von dieser stärke abgeschreckt werden könnte. (als wenn männer auf nagellackfarbe achten würden, aber das ist jetzt ein anderes thema).
wovor ich angst habe:
1. dass mein roter nagellack abblättern könnte
2. dass es wirklich immer noch solche frauen gibt, die angst haben stärke zu zeigen, weil sie dann denken, dass männer sie nicht mögen könnten
3. dass es männer gibt, die tatsächlich so sind (ok, das tangiert mich nun wirklich eher peripher, weil die können mir aber man sowas von gestohlen bleiben und da würde ich auch keine aufklärungsarbeit leisten, da starre ich lieber zwei stunden gegen eine weisse wand)
das war so ein klassicher fall von: was ist denn hier los? und ich dachte, sollte ich mal schreiben. jetzt lege ich die zweite schicht roten nagellack auf, weil doppelt hält besser.
m.
Mittwoch, 9. April 2014
Freitag, 7. Juni 2013
selbst
um das erstmal festzuhalten: heute war ein richtiger sommertag!
Mit:
- Kirschen essen
- Sonnenbrille
- Sommerkleidchen
- in der Sonne sitzen
- Weissweinschorle/ Weisssauer trinken
- sommerliches essen
- ein bisschen schwitzen
- einer leichten Brise
- auf dem Balkon sitzen, zwischen Kräutern und Blumen
- Schwalben (nicht nur eine. mehrere)
- vollkommene und absolut gute Laune.
Und bei all dem war kein Mann dabei. Gar keiner. Und das ist auch schon die perfekte überleitung zu der frage von der uschi, die sie mir mal wieder gestellt hat (mir fällt auf, dich beschäftigt vor allem, dieses mann-frau-thema, aber gut, wen nicht...) hier also ihre Frage heute: Wozu braucht man eigentlich Männer? Oder: wie selbst ist die Frau?
Der profane Anlass für die Frage, war einfach, dass sie in dieser Woche, ihre Waschmaschine selbst angeschlossen hat, ihre 5.000 Apple Geräte und TV und was noch alles für teschnische geräte bei ihr in der wohnung rumstehen selbst konfiguriert und installiert hat und zwar so, dass nun alles aufeinander abgestimmt läuft, wie am schnürchen (gratulation dafür meinerseits). Tätigkeiten, die der klassischen männlichen Rolle im Haushalt zugeschrieben werden. Was ist aber nun, wenn kein Mann im Haushalt da ist, der diese Rolle erfüllen kann (sei es nun aus vollkommenen technischem unverständnis oder durch vollkommene abwesenheit).
Und da ich die Uschi ja nun schon kenne, zielte ihre frage weniger darauf ab: was tun, wenn mein Freund/mann ein vollhonk ist, sondern eher darauf: was mache ich, wenn ich keinen mann habe, fehlt mir der? Und vor allem: wann fehlt er mir am meisten?
Ich lebe seit ich 18 Jahre bin allein. Nicht ganz, 3 Jahre habe ich in einer WG gelebt, mit dem wunderbaren schwulen F., der handwerklich begabt war, kochen konnte, einen kleinen Putzfimmel hatte, technisch sehr versiert war... und zu dem ganzen, einfach noch ein total lieber kerl und guter freund mit dem man lachen und reden und heulen konnte. perfekt. da muss man einfach sagen: das war schon sehr schön. das rundumpaket. bis auf...
Es war schon schön, zu sagen: Du, F. also irgendwie da geht was mit meinem Laptop nicht, kannst du mal schauen (und der Laptop lief wieder). Oder du, F. , die Waschmaschine geht nicht mehr, kannst du mal schauen? (und er reparierte sie!!!) oder du, F., ich war gerade bei IKEA einkaufen und habe jetzt einen riesigen neuen Schrank... und der müsste erst in den vierten stock (ohne Fahrstuhl) und dann aufgebaut werden (und wir schleppten gemeinsam und bauten gemeinsam auf). Das war schön, jemanden zu haben, den man fragen konnte und der half.
Aber dafür muss man nicht unbedingt zusammen wohnen. Man kann F. auch anrufen oder einen Bruder oder einen Freund und der hilft dann 3 m PAX Schrank aufzubauen und so.
Alles bekommt man alleine hin oder mit ein bisschen unterstützung von guten freunden. eine frau braucht heute keinen mann mehr. die notwendigkeit einer beziehung besteht einfach nicht mehr. wir verdienen unser eigenes geld, wir treffen unsere eigenen entscheidungen. wir zahlen unsere miete und checken regelmässig den ölstand in unseren autos (früher war es noch oft so, dass die frau weder autofahren konnte, noch wusste wie ein bankomat funktioniert... und wenn dann der mann starb, wusste sie zwar wie man wäsche wascht, bügelt, kocht und alles, aber nicht, wie sie an das geld kommen sollte..)
Und so leben wir also nun dahin, im bewusstsein, der nicht notwendigkeit einer beziehung. Und die haben dann auch ganz viele meiner freundinnen nicht. weil da was nicht passte oder es einfach nicht geklappt hat. oder warum auch immer. weil das warten auf mr. right einfach noch etwas dauert.
Weil, wenn man den mann als frau nicht mehr braucht, um zu überleben. wofür braucht man ihn dann?
ok. die eine sache, die steht jetzt mal aussen vor.
aber alles andere. warum könnte ich einen mann brauchen? doch nur dann, wenn er mein leben bereichert. sei es durch seinen intellekt, seinen charme, seinen witz. weil er mich glücklicher macht, als ich es alleine wäre.
ganz ehrlich, das ist eine herausforderung, denn ich (ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen) bin sehr glücklich alleine. selbstverständlich gibt es da ups and downs, aber das ist das leben. aber ich, für mich SELBST fühle mich wohl und bin glücklich.
Verliebtsein ist natürlich ein herrliches Gefühl und ist mit überhaupt gar nichts zu vergleichen. aber ganz ehrlich, wie lange hält dieses verliebtsein an? wie lange findet man seine witze witzig und seinen charme unwiderstehlich? und was kommt dann? ein mensch der da ist, weil er da ist? und mit dem man sich über dinge streitet, über die man mit sich selber nie streiten würde. (ja, der haufen an klamotten der gesamten woche soll genau da liegen, bis ich ihn wegräume).
Und das alles hört sich fürchterlich rational und kalt und verbittert an. und das von mir. die wirklich jeden (wirklich jeden) schnulzfilm dieser welt gesehen hat. und die allergrösste romantikerin dieser welt ist (nicht in dem klassischen "schatz, ich hab rosen auf dem bett verteilt und kerzen angemacht, ist das nicht romantisch, könnten wir jetzt endlich mal wieder sex haben" -sinne).
Aber wahrscheinlich ist ja das genau mein problem.
Ich sehe soviele beziehungen um mich rum, bei denen ich denke: also was bringt den beiden das, jeden abend nebeneinander auf der couch zu sitzen und fern zu sehen. und dieses schreckliche nebeneinander, das schon lange kein miteinander mehr ist. wenn paare sich noch nicht mal mehr in die augen schauen. geschweige denn etwas anderes tun, als den alltag zu regeln und zu meistern. (was ich wirklich ganz wunderbar auch allein schaffe.)
Ich würde ja gerne mal einen test machen und meine arbeitskollegen und freunde, die schon lange in einer beziehung leben, fragen: und, was hatte dein partner heute morgen an, als ihr aus dem haus gegangen seid? und habt ihr euch gute morgen gesagt und einen guten morgen kuss gegeben? Nicht so einen flüchtigen. sondern einen richtigen. habt ihr euch in den arm genommen, den geruch des anderen kurz eingeatmet? Habt ihr ihn gespürt? habt ihr euren partner angelächelt?
Und ich weiss, dass alltag meistern schwer ist und jeder neue tag anstrengend und tausend problemchen und man manchmal grantig und schlecht drauf ist. und manchmal nicht reden mag und einfach nur seine ruhe haben will.
aber wenn in diesem ganzen alltag, noch nicht einmal mehr zeit für ein: guten morgen, hast du gut geschlafen? ist und ein lächeln. was ist dann das alles? warum muss ich dann mit jemandem zusammenleben? Und den stress haben, den ich allein ja gar nicht hätte, weil zwei emanzipierte wesen in eine gemeinschaft zu bringen, so dass beide leben und atmen können, ist unglaublich schwer.
aber was ist, wenn man es endlich geschafft hat und die beiden emanzipierten wesen sind nun drin in der beziehung und es läuft und beide machen ihr ding. aber bei dem ganzen, haben sie vergessen, warum sie zusammen sind. weil sie das leben des anderen schöner machen wollten. weil sie eine bereicherung für den anderen sein wollten.
und diese bereicherung ist doch das guten morgen und das in den armnehmen und damit zeigen: ich bin bei dir und es kann dir gar nichts passieren. und übrigens: ich liebe dich, genauso wie du bist. auch wenn ich manchmal über etwas meckere, was du tust und wir diskutieren über unterschiedliche sichtweisen oder darüber, wie man den alltag meistern sollte. aber guten morgen, hast du gut geschlafen?
dafür, finde ich, braucht man einen mann.
ich traue mich nicht zu fragen, wieviele paare das wirklich machen, ob sie ihrem partner in die verschlafenen augen geschaut haben und sich gefreut haben. weil sie sich reicher gefühlt haben.
geschweige denn, ob sie wissen, was der partner an hatte... (gut, es gibt einfache exemplare, die tragen jeden tag ocker, aber die lasse ich jetzt weg).
und übrigens finde ich nicht nur diese alltäglichen sachen wichtig. sondern auch immer mal wieder etwas besonderes. was ist daran so schwer, etwas kleines schönes für seinen partner zu machen, wo man weiss, dass er sich darüber freut? jahrelang habe ich auf ein blödes kleines post-it oder einen zettel am kühlschrank gewartet, auf dem einfach nur etwas nettes stand. was soll ich sagen, ich werde auch beim nächsten darauf warten. sollte er einen zettel an den kühlschrank heften mit einer netten botschaft, muss ich ihn wohl oder übel heiraten. nein, das überlege ich mir dann schon nochmal genauer... aber es wäre ein schritt in die richtige richtung. was ist so fürchterlich schwer daran, blumen zu kaufen? oder mal etwas verrücktes zu tun? etwas das aus dem alltag herausholt, das begeistert? was auch immer der andere mag, oder man gemeinsam mag. alles das, was man so leicht macht, wenn man verliebt ist. spontanen ideen folgen, den anderen an die hand nehmen und ihm etwas zeigen, das schön ist, mitreissen.
aber ich schweife ab... aber das ist schön. denn ich merke, ganz verbittert bin ich dann doch nicht. denn ich denke immer noch, eine frau braucht einen mann, egal wie selbst sie auch immer sein mag.
es gibt jemanden, der das leben bereichert. dafür braucht man ihn. für das guten morgen und das nachts einfach mal auf der strasse tanzen (das ist der teil aus dem schnulzfilm, männer sollten viel öfter schnulzfilme sehen und sich nicht zu blöd vorkommen, einige dinge einfach mal zu tun, sie wären erstaunt, wie sehr sich ihre frau darüber freuen würde und frauen sollten vielleicht mal dinge tun, die ihre männer ganz toll finden - tipp for home.)
aber bis dahin bin ich für mich selbst glücklich. denn ich brauche keinen mann um mich glücklich zu machen, sondern nur, um noch glücklicher zu werden.
m.
Mit:
- Kirschen essen
- Sonnenbrille
- Sommerkleidchen
- in der Sonne sitzen
- Weissweinschorle/ Weisssauer trinken
- sommerliches essen
- ein bisschen schwitzen
- einer leichten Brise
- auf dem Balkon sitzen, zwischen Kräutern und Blumen
- Schwalben (nicht nur eine. mehrere)
- vollkommene und absolut gute Laune.
Und bei all dem war kein Mann dabei. Gar keiner. Und das ist auch schon die perfekte überleitung zu der frage von der uschi, die sie mir mal wieder gestellt hat (mir fällt auf, dich beschäftigt vor allem, dieses mann-frau-thema, aber gut, wen nicht...) hier also ihre Frage heute: Wozu braucht man eigentlich Männer? Oder: wie selbst ist die Frau?
Der profane Anlass für die Frage, war einfach, dass sie in dieser Woche, ihre Waschmaschine selbst angeschlossen hat, ihre 5.000 Apple Geräte und TV und was noch alles für teschnische geräte bei ihr in der wohnung rumstehen selbst konfiguriert und installiert hat und zwar so, dass nun alles aufeinander abgestimmt läuft, wie am schnürchen (gratulation dafür meinerseits). Tätigkeiten, die der klassischen männlichen Rolle im Haushalt zugeschrieben werden. Was ist aber nun, wenn kein Mann im Haushalt da ist, der diese Rolle erfüllen kann (sei es nun aus vollkommenen technischem unverständnis oder durch vollkommene abwesenheit).
Und da ich die Uschi ja nun schon kenne, zielte ihre frage weniger darauf ab: was tun, wenn mein Freund/mann ein vollhonk ist, sondern eher darauf: was mache ich, wenn ich keinen mann habe, fehlt mir der? Und vor allem: wann fehlt er mir am meisten?
Ich lebe seit ich 18 Jahre bin allein. Nicht ganz, 3 Jahre habe ich in einer WG gelebt, mit dem wunderbaren schwulen F., der handwerklich begabt war, kochen konnte, einen kleinen Putzfimmel hatte, technisch sehr versiert war... und zu dem ganzen, einfach noch ein total lieber kerl und guter freund mit dem man lachen und reden und heulen konnte. perfekt. da muss man einfach sagen: das war schon sehr schön. das rundumpaket. bis auf...
Es war schon schön, zu sagen: Du, F. also irgendwie da geht was mit meinem Laptop nicht, kannst du mal schauen (und der Laptop lief wieder). Oder du, F. , die Waschmaschine geht nicht mehr, kannst du mal schauen? (und er reparierte sie!!!) oder du, F., ich war gerade bei IKEA einkaufen und habe jetzt einen riesigen neuen Schrank... und der müsste erst in den vierten stock (ohne Fahrstuhl) und dann aufgebaut werden (und wir schleppten gemeinsam und bauten gemeinsam auf). Das war schön, jemanden zu haben, den man fragen konnte und der half.
Aber dafür muss man nicht unbedingt zusammen wohnen. Man kann F. auch anrufen oder einen Bruder oder einen Freund und der hilft dann 3 m PAX Schrank aufzubauen und so.
Alles bekommt man alleine hin oder mit ein bisschen unterstützung von guten freunden. eine frau braucht heute keinen mann mehr. die notwendigkeit einer beziehung besteht einfach nicht mehr. wir verdienen unser eigenes geld, wir treffen unsere eigenen entscheidungen. wir zahlen unsere miete und checken regelmässig den ölstand in unseren autos (früher war es noch oft so, dass die frau weder autofahren konnte, noch wusste wie ein bankomat funktioniert... und wenn dann der mann starb, wusste sie zwar wie man wäsche wascht, bügelt, kocht und alles, aber nicht, wie sie an das geld kommen sollte..)
Und so leben wir also nun dahin, im bewusstsein, der nicht notwendigkeit einer beziehung. Und die haben dann auch ganz viele meiner freundinnen nicht. weil da was nicht passte oder es einfach nicht geklappt hat. oder warum auch immer. weil das warten auf mr. right einfach noch etwas dauert.
Weil, wenn man den mann als frau nicht mehr braucht, um zu überleben. wofür braucht man ihn dann?
ok. die eine sache, die steht jetzt mal aussen vor.
aber alles andere. warum könnte ich einen mann brauchen? doch nur dann, wenn er mein leben bereichert. sei es durch seinen intellekt, seinen charme, seinen witz. weil er mich glücklicher macht, als ich es alleine wäre.
ganz ehrlich, das ist eine herausforderung, denn ich (ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen) bin sehr glücklich alleine. selbstverständlich gibt es da ups and downs, aber das ist das leben. aber ich, für mich SELBST fühle mich wohl und bin glücklich.
Verliebtsein ist natürlich ein herrliches Gefühl und ist mit überhaupt gar nichts zu vergleichen. aber ganz ehrlich, wie lange hält dieses verliebtsein an? wie lange findet man seine witze witzig und seinen charme unwiderstehlich? und was kommt dann? ein mensch der da ist, weil er da ist? und mit dem man sich über dinge streitet, über die man mit sich selber nie streiten würde. (ja, der haufen an klamotten der gesamten woche soll genau da liegen, bis ich ihn wegräume).
Und das alles hört sich fürchterlich rational und kalt und verbittert an. und das von mir. die wirklich jeden (wirklich jeden) schnulzfilm dieser welt gesehen hat. und die allergrösste romantikerin dieser welt ist (nicht in dem klassischen "schatz, ich hab rosen auf dem bett verteilt und kerzen angemacht, ist das nicht romantisch, könnten wir jetzt endlich mal wieder sex haben" -sinne).
Aber wahrscheinlich ist ja das genau mein problem.
Ich sehe soviele beziehungen um mich rum, bei denen ich denke: also was bringt den beiden das, jeden abend nebeneinander auf der couch zu sitzen und fern zu sehen. und dieses schreckliche nebeneinander, das schon lange kein miteinander mehr ist. wenn paare sich noch nicht mal mehr in die augen schauen. geschweige denn etwas anderes tun, als den alltag zu regeln und zu meistern. (was ich wirklich ganz wunderbar auch allein schaffe.)
Ich würde ja gerne mal einen test machen und meine arbeitskollegen und freunde, die schon lange in einer beziehung leben, fragen: und, was hatte dein partner heute morgen an, als ihr aus dem haus gegangen seid? und habt ihr euch gute morgen gesagt und einen guten morgen kuss gegeben? Nicht so einen flüchtigen. sondern einen richtigen. habt ihr euch in den arm genommen, den geruch des anderen kurz eingeatmet? Habt ihr ihn gespürt? habt ihr euren partner angelächelt?
Und ich weiss, dass alltag meistern schwer ist und jeder neue tag anstrengend und tausend problemchen und man manchmal grantig und schlecht drauf ist. und manchmal nicht reden mag und einfach nur seine ruhe haben will.
aber wenn in diesem ganzen alltag, noch nicht einmal mehr zeit für ein: guten morgen, hast du gut geschlafen? ist und ein lächeln. was ist dann das alles? warum muss ich dann mit jemandem zusammenleben? Und den stress haben, den ich allein ja gar nicht hätte, weil zwei emanzipierte wesen in eine gemeinschaft zu bringen, so dass beide leben und atmen können, ist unglaublich schwer.
aber was ist, wenn man es endlich geschafft hat und die beiden emanzipierten wesen sind nun drin in der beziehung und es läuft und beide machen ihr ding. aber bei dem ganzen, haben sie vergessen, warum sie zusammen sind. weil sie das leben des anderen schöner machen wollten. weil sie eine bereicherung für den anderen sein wollten.
und diese bereicherung ist doch das guten morgen und das in den armnehmen und damit zeigen: ich bin bei dir und es kann dir gar nichts passieren. und übrigens: ich liebe dich, genauso wie du bist. auch wenn ich manchmal über etwas meckere, was du tust und wir diskutieren über unterschiedliche sichtweisen oder darüber, wie man den alltag meistern sollte. aber guten morgen, hast du gut geschlafen?
dafür, finde ich, braucht man einen mann.
ich traue mich nicht zu fragen, wieviele paare das wirklich machen, ob sie ihrem partner in die verschlafenen augen geschaut haben und sich gefreut haben. weil sie sich reicher gefühlt haben.
geschweige denn, ob sie wissen, was der partner an hatte... (gut, es gibt einfache exemplare, die tragen jeden tag ocker, aber die lasse ich jetzt weg).
und übrigens finde ich nicht nur diese alltäglichen sachen wichtig. sondern auch immer mal wieder etwas besonderes. was ist daran so schwer, etwas kleines schönes für seinen partner zu machen, wo man weiss, dass er sich darüber freut? jahrelang habe ich auf ein blödes kleines post-it oder einen zettel am kühlschrank gewartet, auf dem einfach nur etwas nettes stand. was soll ich sagen, ich werde auch beim nächsten darauf warten. sollte er einen zettel an den kühlschrank heften mit einer netten botschaft, muss ich ihn wohl oder übel heiraten. nein, das überlege ich mir dann schon nochmal genauer... aber es wäre ein schritt in die richtige richtung. was ist so fürchterlich schwer daran, blumen zu kaufen? oder mal etwas verrücktes zu tun? etwas das aus dem alltag herausholt, das begeistert? was auch immer der andere mag, oder man gemeinsam mag. alles das, was man so leicht macht, wenn man verliebt ist. spontanen ideen folgen, den anderen an die hand nehmen und ihm etwas zeigen, das schön ist, mitreissen.
aber ich schweife ab... aber das ist schön. denn ich merke, ganz verbittert bin ich dann doch nicht. denn ich denke immer noch, eine frau braucht einen mann, egal wie selbst sie auch immer sein mag.
es gibt jemanden, der das leben bereichert. dafür braucht man ihn. für das guten morgen und das nachts einfach mal auf der strasse tanzen (das ist der teil aus dem schnulzfilm, männer sollten viel öfter schnulzfilme sehen und sich nicht zu blöd vorkommen, einige dinge einfach mal zu tun, sie wären erstaunt, wie sehr sich ihre frau darüber freuen würde und frauen sollten vielleicht mal dinge tun, die ihre männer ganz toll finden - tipp for home.)
aber bis dahin bin ich für mich selbst glücklich. denn ich brauche keinen mann um mich glücklich zu machen, sondern nur, um noch glücklicher zu werden.
m.
Dienstag, 28. Mai 2013
Ach.
das war dann der mai. wonnemonat und so.
also mai war, und monat auch, nur wo war die wonne?
anscheinend kältester mai, seit 40 jahren.
aber alles auf das wetter schieben ist ja nun auch etwas zu einfach.
Fing so gut an, mit einem wunderbaren surfurlaub in portugal, im drop in bei dani und mac, hier. Also wenn ihr mal einen tollen Urlaub haben wollt, dann hier. Und das Gefühl, das erste mal auf einem surfbrett zu stehen, also im Wasser, getragen von einer welle - unbeschreiblich - 4 sekunden lang ist man der könig der meere (zugegeben, ein ungelenker könig der meere, ziemlich nah am ufer, aber immerhin.)
und dann wundervolle tage in berlin. berlin mal wieder so, wie es mein berlin war. und familie und "knutschtante" sein und die hand des kleinen halten. bei jeder strasse die wir überqueren. am liebsten die ganze zeit nur straßen überqueren, weil man dann seine kleine hand halten darf (sonst kann er ja schon alles vollkommen alleine) und das vertrauen spüren - ich vertraue dir - ich vertraue dir mein kleines leben an, bedingungslos, du wirst mich sicher über die strasse bringen. ich muss dir doch soviel erzählen und so viel entdecken und sehen und hüpfen, da kann ich mich nicht auch noch immer nur auf die strassen konzentrieren, aber ich habe ja dich. ich vertraue dir.
und dann zurück. regen, regen in strichen vom himmel und regen und grau in strichen (oder stichen) im gemüt.
gar keinen antrieb haben. für gar nichts.
und ach.
und die ganze zeit nur denken: ach.
in frage stellen, weil sich dieses "ach" so lauwarm anfühlt.
und ach, welches der fünf angefangenen bücher soll ich zu ende lesen, ach ich schlaf lieber.
und ach, ich wollt mich doch gesund ernähren, aber ach, mc donalds geht auch.
und ach, ich wollte doch weiter gesunden kräutertee trinken, aber ach kaffee geht schneller.
und ach, ich wollte doch weiter sport machen, aber ach, jetzt ins fitnessstudio gehen, zu anstrengend.
und ach, wir wollten doch wandern gehen, aber ach, da liegt ja immer noch schnee und es regnet und was soll man denn dann da oben. bleiben wir unten.
ach, ich wollte doch die urlaubsfotos runterladen, aber ach, das kann ich auch noch später machen.
ach, was soll ich denn jetzt für musik hören, ach, ich weiß nicht. gefällt mir nicht.
so ein lustloses ach. das gelangweilt aus der kehle kommt und kaum einen ton hat, weil es so ach ist.
und dann schleicht sich zwischen die ganzen ach's ein gedanke, eine idee und man ist ganz motiviert und macht und bepflanzt den balkon mit blumen und kräutern und freut sich und setzt sich mitten rein in seine neue kleine grüne oase und denkt sich: ach, ist das schön. ein stimmhaftes, schönes, wonniges ach, so ein genuss ach. und zehn minuten später zieht die sonne zu, dicke graue wolken. und regen. in strichen. und im gemüt macht es wieder einen stich, weil man jetzt nur noch von drinnen die grüne oase anschauen kann und sich denkt, ach ich müsste die blumen giesen, aber ach, es regnet ja eh, das erledigt sich von allein. und das ach ist wieder ganz ohne ton.
und ach ich schau mal auf die wetterprognose, aber ach bis mitte juni bleibt es so. 19 grad, das ist gar nicht sommer, also noch nicht mal in der nähe. und ach, das bleibt wohl so. ach, gott sei dank, hab ich die dicken wollsocken noch nicht in den keller gebracht.
aber kann man dieses tonlose ach, dass ím prasseln des regens untergeht, nur dem wetter zu schreiben?
heute ein sonnentag. und tatsächlich, kam gar kein ach, aber morgen wieder regen, ach.
vielleicht ein bisschen.
also ein bisschen wetter-ach. und ein bisschen ich-ach.
m.
also mai war, und monat auch, nur wo war die wonne?
anscheinend kältester mai, seit 40 jahren.
aber alles auf das wetter schieben ist ja nun auch etwas zu einfach.
Fing so gut an, mit einem wunderbaren surfurlaub in portugal, im drop in bei dani und mac, hier. Also wenn ihr mal einen tollen Urlaub haben wollt, dann hier. Und das Gefühl, das erste mal auf einem surfbrett zu stehen, also im Wasser, getragen von einer welle - unbeschreiblich - 4 sekunden lang ist man der könig der meere (zugegeben, ein ungelenker könig der meere, ziemlich nah am ufer, aber immerhin.)
und dann wundervolle tage in berlin. berlin mal wieder so, wie es mein berlin war. und familie und "knutschtante" sein und die hand des kleinen halten. bei jeder strasse die wir überqueren. am liebsten die ganze zeit nur straßen überqueren, weil man dann seine kleine hand halten darf (sonst kann er ja schon alles vollkommen alleine) und das vertrauen spüren - ich vertraue dir - ich vertraue dir mein kleines leben an, bedingungslos, du wirst mich sicher über die strasse bringen. ich muss dir doch soviel erzählen und so viel entdecken und sehen und hüpfen, da kann ich mich nicht auch noch immer nur auf die strassen konzentrieren, aber ich habe ja dich. ich vertraue dir.
und dann zurück. regen, regen in strichen vom himmel und regen und grau in strichen (oder stichen) im gemüt.
gar keinen antrieb haben. für gar nichts.
und ach.
und die ganze zeit nur denken: ach.
in frage stellen, weil sich dieses "ach" so lauwarm anfühlt.
und ach, welches der fünf angefangenen bücher soll ich zu ende lesen, ach ich schlaf lieber.
und ach, ich wollt mich doch gesund ernähren, aber ach, mc donalds geht auch.
und ach, ich wollte doch weiter gesunden kräutertee trinken, aber ach kaffee geht schneller.
und ach, ich wollte doch weiter sport machen, aber ach, jetzt ins fitnessstudio gehen, zu anstrengend.
und ach, wir wollten doch wandern gehen, aber ach, da liegt ja immer noch schnee und es regnet und was soll man denn dann da oben. bleiben wir unten.
ach, ich wollte doch die urlaubsfotos runterladen, aber ach, das kann ich auch noch später machen.
ach, was soll ich denn jetzt für musik hören, ach, ich weiß nicht. gefällt mir nicht.
so ein lustloses ach. das gelangweilt aus der kehle kommt und kaum einen ton hat, weil es so ach ist.
und dann schleicht sich zwischen die ganzen ach's ein gedanke, eine idee und man ist ganz motiviert und macht und bepflanzt den balkon mit blumen und kräutern und freut sich und setzt sich mitten rein in seine neue kleine grüne oase und denkt sich: ach, ist das schön. ein stimmhaftes, schönes, wonniges ach, so ein genuss ach. und zehn minuten später zieht die sonne zu, dicke graue wolken. und regen. in strichen. und im gemüt macht es wieder einen stich, weil man jetzt nur noch von drinnen die grüne oase anschauen kann und sich denkt, ach ich müsste die blumen giesen, aber ach, es regnet ja eh, das erledigt sich von allein. und das ach ist wieder ganz ohne ton.
und ach ich schau mal auf die wetterprognose, aber ach bis mitte juni bleibt es so. 19 grad, das ist gar nicht sommer, also noch nicht mal in der nähe. und ach, das bleibt wohl so. ach, gott sei dank, hab ich die dicken wollsocken noch nicht in den keller gebracht.
aber kann man dieses tonlose ach, dass ím prasseln des regens untergeht, nur dem wetter zu schreiben?
heute ein sonnentag. und tatsächlich, kam gar kein ach, aber morgen wieder regen, ach.
vielleicht ein bisschen.
also ein bisschen wetter-ach. und ein bisschen ich-ach.
m.
Dienstag, 23. April 2013
frühling
Es ist wirklich Frühling. Wirklich. Also meistens. Außer, wenn es kalt ist und regnet.
Aber dazwischen ist Zeit für einen Spaziergang und Spaziergänge sind im Frühling am allerschönsten, weil über all Blumen von unten aus der Erde schießen und einem von oben über den Köpfen hängen.
Bei so schönem Frühlingswetter kann man den Herrn Vater bei seinem Besuch ruhig mal mit auf das Havelekar nehmen. Trotz Wind wird fotografiert! Papa mit Punkfrisur.
Und es wurde Kuchen gebacken. Geburtstagskuchen für junge Küken. Schokoladenkuchen. Also vor allem Schokolade, weniger Kuchen im klassischen Mehl - Backpulver Sinn. Rezept von Ottolenghi. Und was soll ich sagen. Ich esse nicht gerne Süßes. Aber den schon.
240 g Butter
290 g Zucker
350 g 70% Schokolade
5 große Eier (getrennt)
Backofen auf 170° vorheizen, 26 cm Springform fetten und mit Backpapier auslegen.
Butter in Flocken und Schokolade in kleinen Stücken zusammenfügen in einer Schüssel, die die gesamte Masse aufnehmen kann. Den Zucker mit 4 Esslöffel Wasser zum kochen bringen, bis der ganze Zucker geschmolzen ist. Zuckerwasser über die Butter-Schokoladenmischung geben, so dass diese vollständig schmilzt, gut rühren, die 5 Eigelbe einzeln unterrühren. Die gesamte Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
5 Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen und in 3 Portionen unter die Schokoladenmasse heben. Es soll sich gut vermischen, aber man kann noch kleine weiße Flecken ausmachen.
3/4 der Masse in die Backform geben und 40 Minuten backen lassen. Kuchen auskühlen lassen, den Rest der Masse draufgeben und noch einmal 20 Minuten in den Ofen.
Fertig.
Ganz einfach.
Extrem gut.
So wie Frühling.
m.
Aber dazwischen ist Zeit für einen Spaziergang und Spaziergänge sind im Frühling am allerschönsten, weil über all Blumen von unten aus der Erde schießen und einem von oben über den Köpfen hängen.
| ginster und magnolien |
| magnolienmeer
|
Bei so schönem Frühlingswetter kann man den Herrn Vater bei seinem Besuch ruhig mal mit auf das Havelekar nehmen. Trotz Wind wird fotografiert! Papa mit Punkfrisur.
Und es wurde Kuchen gebacken. Geburtstagskuchen für junge Küken. Schokoladenkuchen. Also vor allem Schokolade, weniger Kuchen im klassischen Mehl - Backpulver Sinn. Rezept von Ottolenghi. Und was soll ich sagen. Ich esse nicht gerne Süßes. Aber den schon.
240 g Butter
290 g Zucker
350 g 70% Schokolade
5 große Eier (getrennt)
Backofen auf 170° vorheizen, 26 cm Springform fetten und mit Backpapier auslegen.
Butter in Flocken und Schokolade in kleinen Stücken zusammenfügen in einer Schüssel, die die gesamte Masse aufnehmen kann. Den Zucker mit 4 Esslöffel Wasser zum kochen bringen, bis der ganze Zucker geschmolzen ist. Zuckerwasser über die Butter-Schokoladenmischung geben, so dass diese vollständig schmilzt, gut rühren, die 5 Eigelbe einzeln unterrühren. Die gesamte Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
5 Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen und in 3 Portionen unter die Schokoladenmasse heben. Es soll sich gut vermischen, aber man kann noch kleine weiße Flecken ausmachen.
3/4 der Masse in die Backform geben und 40 Minuten backen lassen. Kuchen auskühlen lassen, den Rest der Masse draufgeben und noch einmal 20 Minuten in den Ofen.
Fertig.
Ganz einfach.
Extrem gut.
So wie Frühling.
m.
Sonntag, 7. April 2013
Ausnahmetag
Gestern war mein erster Ausnahmetag.
Der erste Ausnahmetag von meinem "Plan". Kaffee, Zucker, Alkohol, Süßes, alles ist erlaubt an diesem Tag!
Und da ich ganz dringend auch mal eine Ausnahme von diesem Frühling, der kein Frühling ist, brauchte und mal ausnahmsweise Sonne, hab ich mir an meinem Ausnahmetag ein paar Stunden Italien gegönnt.
Das ist ja wirklich das schöne an Innsbruck, man setzt sich für eine Stunde ins Auto und ist in Italien, es ist zwar noch nicht so richtig richtig Italien, weil Südtirol so eine kleine Mischung aus Tirol und Italien ist, aber es ist schon immer ein bisschen wärmer und ein bisschen anders als zu hause.
Morgens bei 2 Grad, Nebel und grauseligem Wetter losgefahren. Und dann Pflichtprogramm, wenn man über den Brenner drüber ist (der Himmel riss natürlich auch sofort auf) an der Raststation bei Sterzing anhalten und den ersten Espresso:
Dann weiter, dieses Mal nach Bozen. Bozen hat einen wunderbaren Bauernmarkt, den wir besuchen wollten.. und was soll ich sagen, die Sonne kam raus und man wird von den Farben und Gerüchen und der italienischen Geräuschkulisse eingefangen und fühlt sich wie in einer anderen Welt und genießt jeden Blick, jeder Atemzug tut gut und man saugt förmlich alles auf, was nicht grau ist, sondern bunt und Leben und schön:
Glücklich und bepackt mit grünem Spargel, Tomaten, Olivenöl, Apfelsaft und natürlich Ranunkeln, sich einen Cappuccino gönnen, herrlich. Aber bald bemerken, dass wir die einzigen waren, die Cappuccino tranken, alle anderen waren schon beim Weißwein, Spritzer oder Hugo... Da dachten wir uns gute Idee! Die Einkäufe ins Auto verstaut und sich einen wunderbaren Platz in einem Café auf dem Waltherplatz direkt in der Sonne gesucht ... Noch besser. Weißwein bestellen, Menschen auf dem Platz beobachten und einfach die Sonne genießen und eigentlich gar nichts tun...
Egal wo ich bin, immer wenn ich einen Ausflug mache, bekommt meine Mama eine Postkarte von mir (wegen der Freude, wenn sie den Postkasten aufmacht), auch aus Bozen, natürlich.
Gegen den Hunger ein kleines, feines Restaurant suchen. Und es hilft immer wieder, noch ein Stückchen weiter zu laufen und noch einmal um die nächste Ecke zu schauen, weil dort findet man dann die kleinen Schätze.
Und so eines haben wir gefunden. Die "Fischbänke" heißt das kleine Lokal, dass nur draußen existiert, auf den alten marmornen Fischbänken des alten Fischmarktes, der früher hier einmal war, daneben der Fischbrunnen. Liebevoll wurde ein Sammelsurium an Schirmen und Tischen und Bänken um diese Fischbänke platziert und überall hängen Schilder mit lustigen Sprüchen und Lampions. Und irgendwie ist es eine Mischung aus Thailand- und Italien, so wie die Wirte, er ein Traum von einem typisch alten Italiener, Cobo, und seine Frau eine kleine zierliche Thailänderin.
Man setzt sich hinein in diese Welt und ist gleich glücklich, das Essen ist einfach aber sehr gut und der Wein auch. Und es ist einfach so entspannt. Dass wir ziemlich lang dort saßen und den Tag einfach genossen haben, und die Zeit einfach vergehen liessen...
Wenn ihr mal in Bozen seid, nehmt euch die Zeit und trinkt einen Weißwein mit Cobo dem Wirt, er findet die Fischbänke hier: Dr.-Streiter-Gasse 30, 39100 Bozen.
Und vergesst nicht auf Toilette zu gehen:
Dieser ganze Tag war wunderbar. Und ich würde den Plan ja fast für immer durchziehen, wenn alle meine Ausnahmetage so schön wären, wie dieser. Die Sonne, die Wärme alles tat an diesem Tag so gut. Und wir haben die 20 Grad noch gespürt, als wir wieder zurück über den Brenner in die graue Suppe gefahren sind und bei 4 Grad wieder in Innsbruck ankamen...
Und nun ist kein Ausnahmetag mehr, morgen fängt die Arbeit wieder an, aber ich habe mir von Cobo ein Konzept mitgenommen, für die Arbeitswoche, fürs Leben:
m.
Der erste Ausnahmetag von meinem "Plan". Kaffee, Zucker, Alkohol, Süßes, alles ist erlaubt an diesem Tag!
Und da ich ganz dringend auch mal eine Ausnahme von diesem Frühling, der kein Frühling ist, brauchte und mal ausnahmsweise Sonne, hab ich mir an meinem Ausnahmetag ein paar Stunden Italien gegönnt.
Das ist ja wirklich das schöne an Innsbruck, man setzt sich für eine Stunde ins Auto und ist in Italien, es ist zwar noch nicht so richtig richtig Italien, weil Südtirol so eine kleine Mischung aus Tirol und Italien ist, aber es ist schon immer ein bisschen wärmer und ein bisschen anders als zu hause.
Morgens bei 2 Grad, Nebel und grauseligem Wetter losgefahren. Und dann Pflichtprogramm, wenn man über den Brenner drüber ist (der Himmel riss natürlich auch sofort auf) an der Raststation bei Sterzing anhalten und den ersten Espresso:
Dann weiter, dieses Mal nach Bozen. Bozen hat einen wunderbaren Bauernmarkt, den wir besuchen wollten.. und was soll ich sagen, die Sonne kam raus und man wird von den Farben und Gerüchen und der italienischen Geräuschkulisse eingefangen und fühlt sich wie in einer anderen Welt und genießt jeden Blick, jeder Atemzug tut gut und man saugt förmlich alles auf, was nicht grau ist, sondern bunt und Leben und schön:
| Ranoncoli |
Egal wo ich bin, immer wenn ich einen Ausflug mache, bekommt meine Mama eine Postkarte von mir (wegen der Freude, wenn sie den Postkasten aufmacht), auch aus Bozen, natürlich.
Gegen den Hunger ein kleines, feines Restaurant suchen. Und es hilft immer wieder, noch ein Stückchen weiter zu laufen und noch einmal um die nächste Ecke zu schauen, weil dort findet man dann die kleinen Schätze.
Und so eines haben wir gefunden. Die "Fischbänke" heißt das kleine Lokal, dass nur draußen existiert, auf den alten marmornen Fischbänken des alten Fischmarktes, der früher hier einmal war, daneben der Fischbrunnen. Liebevoll wurde ein Sammelsurium an Schirmen und Tischen und Bänken um diese Fischbänke platziert und überall hängen Schilder mit lustigen Sprüchen und Lampions. Und irgendwie ist es eine Mischung aus Thailand- und Italien, so wie die Wirte, er ein Traum von einem typisch alten Italiener, Cobo, und seine Frau eine kleine zierliche Thailänderin.
Man setzt sich hinein in diese Welt und ist gleich glücklich, das Essen ist einfach aber sehr gut und der Wein auch. Und es ist einfach so entspannt. Dass wir ziemlich lang dort saßen und den Tag einfach genossen haben, und die Zeit einfach vergehen liessen...
Wenn ihr mal in Bozen seid, nehmt euch die Zeit und trinkt einen Weißwein mit Cobo dem Wirt, er findet die Fischbänke hier: Dr.-Streiter-Gasse 30, 39100 Bozen.
Und vergesst nicht auf Toilette zu gehen:
Dieser ganze Tag war wunderbar. Und ich würde den Plan ja fast für immer durchziehen, wenn alle meine Ausnahmetage so schön wären, wie dieser. Die Sonne, die Wärme alles tat an diesem Tag so gut. Und wir haben die 20 Grad noch gespürt, als wir wieder zurück über den Brenner in die graue Suppe gefahren sind und bei 4 Grad wieder in Innsbruck ankamen...
Und nun ist kein Ausnahmetag mehr, morgen fängt die Arbeit wieder an, aber ich habe mir von Cobo ein Konzept mitgenommen, für die Arbeitswoche, fürs Leben:
m.
sonntags lesenswert 7
Heute ist es mal ein Buch, dass nun wirklich keine Neuentdeckung ist oder unbekannt oder so, nein, ganz im Gegenteil, fast alle werden es kennen und es gelesen haben oder den Film gesehen haben, aber wahrscheinlich ist das schon sehr lange her und ihr ward noch sehr klein, als ihr es gelesen habt oder es euch jemand vorgelesen hat. Und deswegen möchte ich euch daran erinnern und sagen: lest es noch einmal, jetzt, wenn ihr erwachsen seid. Denn genau für uns wurde dieses Buch ja geschrieben, von dem wunderbaren Michael Ende, "Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte".
Es ist so ein wundervolles Buch. Vor zwei Jahren erzählte ich meinem damaligen Freund davon und er meinte, er kenne es gar nicht und hat auch den Film noch nie gesehen, er hat schon einmal davon gehört, aber so richtig wüsste er nicht worum es in dem Buch ginge. Deswegen bin ich los und habe mir Momo gekauft, mein Exemplar aus Kindertagen ist leider nicht mehr auffindbar. Und ich las ihm "Momo" vor und mir wurde bewusst, was für ein wundervolles Buch es doch ist und wie schade es ist, dass man es eigentlich nur als Kind liest, wenn überhaupt. Und ich las das Buch vor und mir kamen sogar beim Vorlesen die Tränen, so gerührt war ich über Momo und Gigi Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer und wieder habe ich mich gegruselt vor den Grauen Herren (gut, dass ich es vorgelesen habe, das heißt ich war nie allein), er beschreibt die grauen Herren so gut, dass einem selber kalt wird, wenn man über sie liest.
Ich glaube, den Inhalt muss ich keinem erzählen, ich wollte es nur einmal wieder in Erinnerung rufen und sagen: einfach mal wieder lesen. tut gut.
Eine meiner Lieblingsstellen:
"Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste es war eine notwendige Arbeit.
Wenn er so die Strassen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Schritt - Atemzug - Besenstrich. Schritt - Atemzug - Besentrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenlich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter - Schritt - Atemzug - Besenstrich - - -
(...)
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: "Und dann fängt man an sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: "Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: "Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste." Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: "Das ist wichtig."
Es ist so ein wundervolles Buch. Vor zwei Jahren erzählte ich meinem damaligen Freund davon und er meinte, er kenne es gar nicht und hat auch den Film noch nie gesehen, er hat schon einmal davon gehört, aber so richtig wüsste er nicht worum es in dem Buch ginge. Deswegen bin ich los und habe mir Momo gekauft, mein Exemplar aus Kindertagen ist leider nicht mehr auffindbar. Und ich las ihm "Momo" vor und mir wurde bewusst, was für ein wundervolles Buch es doch ist und wie schade es ist, dass man es eigentlich nur als Kind liest, wenn überhaupt. Und ich las das Buch vor und mir kamen sogar beim Vorlesen die Tränen, so gerührt war ich über Momo und Gigi Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer und wieder habe ich mich gegruselt vor den Grauen Herren (gut, dass ich es vorgelesen habe, das heißt ich war nie allein), er beschreibt die grauen Herren so gut, dass einem selber kalt wird, wenn man über sie liest.
Ich glaube, den Inhalt muss ich keinem erzählen, ich wollte es nur einmal wieder in Erinnerung rufen und sagen: einfach mal wieder lesen. tut gut.
Eine meiner Lieblingsstellen:
"Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste es war eine notwendige Arbeit.
Wenn er so die Strassen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Schritt - Atemzug - Besenstrich. Schritt - Atemzug - Besentrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenlich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter - Schritt - Atemzug - Besenstrich - - -
(...)
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: "Und dann fängt man an sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: "Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: "Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste." Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: "Das ist wichtig."
Freitag, 5. April 2013
Briefe
Es gibt so Dinge im Leben, die einen besonders glücklich machen.
Ich habe einige solche Dinge: das Geräusch von Sand, der unter meinen Füßen quietscht, weil er so fein ist, Möwen, ein Cappuccino morgens in irgendeinem kleinen Kaffee irgendwo in Italien in der Morgensonne, die Umarmung meiner Mutter, ein richtig gutes Carpaccio (irgendwann fahre ich in Harry's Bar in Venedig und koste das Original) und der Moment, wenn ich meinen Briefkasten öffne und einen handgeschriebenen Brief, an mich adressiert, in ihm finde.
Diese Liebe zu handgeschriebenen Briefen habe ich schon sehr lange. Es fing irgendwann an, als ich 11 oder 12 war, damals schrieben meine Freundinnen und ich uns Briefe, nachmittags, wenn wir uns nicht sahen und gaben sie uns am nächsten Morgen in der Schule, eine zeitlang habe ich meine Briefe an sie (lang bevor es normal war, dass jeder einen Computer zu hause hatte) mit der alten mechanischen Schreibmaschine meiner Mutter geschrieben, eine weiße Kofferschreibmaschine mit schwarzen Tasten, die man noch kräftig runterdrücken musste und die bei jedem Zeilenwechsel ein "Pling" von sich gab, das war viel lässiger, als mit der Hand zu schreiben, damals saß man noch nicht stundenlang am Tag vor einer Tastatur... Und dann mit 13 zog ich fort von meinen Freundinnen und es gab noch keine E-Mails und kein Facebook und kein Skype und selbst das telefonieren war noch teuer und in der kleinen Wohnung in der wir lebten, hatte man nie eine Sekunde für sich allein, um in Ruhe zu telefonieren (um die wirklich wichtigen Dinge, die einen mit 13 so beschäftigen, zu besprechen). An dem Tag, an dem wir 700 km von meinen Freundinnen wegzogen, fing ich an, an sie zuschreiben, nach dem die Tränen getrocknet waren, was sehr lange dauerte, der Brief an sie wurde noch länger.
Von dem Tag an, verging kein Tag, an dem ich ihnen nicht geschrieben hätte. Ich schrieb ihnen drei zusammen, sie antworteten jede für sich. In den ersten anderthalb Jahren in dem neuen Ort hatten wir noch keinen eigenen Briefkasten und wir mussten unsere Briefe in der kleinen Post im Ort abholen. Jeden Tag bin ich hingegangen, die Angestellten kannten mich sehr schnell und ich musste nur den Kopf durch die alte Holztür stecken und entweder lachten sie mich an und griffen hinter sich in das Fach und gaben mir einen oder manchmal sogar zwei Briefe oder manchmal schüttelten sie auch den Kopf und ich sah ihnen an, dass auch sie ein wenig enttäuscht waren. Aber tatsächlich war fast jeden Tag ein Brief für mich da. Wundervolle, lange, bunte Briefe, mit ganz viel Freundschaft und Liebe drin und ganz viel zu Hause, das mir so sehr fehlte.
Schon auf dem Heimweg riss ich die Umschläge auf und der Heimweg war oft dreimal so lang, wie der Hinweg, weil ich vertieft war in mein zu Hause, der neue Ort um mich herum, verlor sich in den Zeilen, das Heimweh und das Fremde und die Einsamkeit verflüchtigten sich zwischen den Seiten und den einzelnen Worten.
Diese Briefe haben mich so glücklich gemacht, haben mir Halt gegeben in einer so haltlosen Zeit.
Und ich schrieb ihnen zurück, jeden Tag, ewig lange Briefe, der längste hatte 58 Seiten, in drei Tagen geschrieben. Ich weiß nicht mehr was ich geschrieben habe, alles was in meinem Kopf vorging. Was in einem 13 Jährigen Mädchen so vor sich geht. Es ging nicht um den Inhalt, es ging darum, das zu teilen, was wir nicht mehr teilen konnten, jeden Tag, den wir zu vor miteinander verbracht hatten. An dem ich nun nicht mehr teilnehmen konnte. Die kleinen, unbedeutenden Dinge und die großen, wichtigen Dinge, als sich die eine Freundin zum ersten Mal verliebte, der erste Kuss, von uns allen, die erste Liebe, der erste Herzschmerz, das was Freundinnen sich abends, wenn sie zusammensitzen erzählen. Diese Briefe gaben mir das Gefühl, doch noch dabei zu sein, auch wenn ich nicht mehr dabei war. Der Brief von C., der über und über mit Herzchen bemalt war, weil sie so verliebt war oder ganz großartig, der Bresso-Klecks auf einer Seite auf einem Brief von A., den sie umkringelte und dranschrieb "ich ess grad Brötchen mit Bresso drauf! Sehr lecker!" und ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lachen. So sehr, dass ich mich heute, fast zwanzig Jahre danach immer noch daran erinnere.
Und so waren die Briefe, als wenn ich neben ihr sitzen würde, während sie ihr Bresso-Brötchen ass und wir über irgendetwas so in Lachen ausbrachen - bis der Kakao in die Unterhose läuft, aber das ist wieder eine andere Geschichte - so war das, diese Briefe zu lesen.
Alle diese Briefe habe ich noch und ich könnte mich niemals von ihnen trennen. Von allem könnte ich mich trennen, nur davon nicht.
Viel Zeit ist seit dem vergangen, die Zeiten haben sich verändert, man schreibt sich E-Mails oder chattet, was seine Vorteile hat, weil es schneller geht und man eigentlich näher dran ist. Aber für mich ist es nicht vergleichbar. Man ist viel näher, wenn man ein Blattpapier in den Händen hält, auf dem geschrieben steht in der Handschrift eines geliebten Menschen, was derjenige denkt und fühlt. Die Handschrift des anderen sieht, sieht ob der Brief in Eile, in Aufregung, in Ruhe oder mit Bedacht geschrieben wurde. Das selbe Papier in den Händen zu halten, das auch der Schreiber in den Händen hielt. Es hervorgeholt hat, einen Stift mit dem er gerne schreibt, sich hingesetzt hat und sich die Zeit genommen hat, an einen und über einen nachgedacht hat. Einen Briefumschlag gesucht, die grausige Briefmarke angeleckt - auch so etwas was es heute nicht mehr gibt, heutezutage kleben alle Briefmarken von allein, wie schade... nach dem ganzen Schreiben und der Mühe war es so ein schöner Abschluss, dieses grauselige Ding anzulecken und auf den Brief zu kleben, ich werde nie den Geschmack und das Gefühl vergessen - aber man klebt die Briefmarke immer noch auf den Brief und dann ist er fertig. Dann kann er auf seinen Weg gehen, mit dem Wissen, dass er am Ende seines Weges jemanden sehr glücklich macht. Das alles ist soviel schöner, als einfach nur auf den Button "senden" zu drücken.
Viel Zeit ist seit dem vergangen. Selten macht man den Briefkasten auf und findet dort einen handgeschriebenen Brief für sich. Aber wenn, dann ist das Gefühl unbeschreiblich. Menschen, die mich im Fahrstuhl den Brief aufreißend sehen würden, mit einem Lächeln im Gesicht, dass so breit ist, dass man denken könnte es ist ein misslungener chirugischer Eingriff, könnten denken, irgendwelche Drogen wären in diesem Brief. Und vielleicht ist es auch so etwas wie eine Droge, eine Droge, die sehr sehr glücklich macht. Mich.
Probiert es einmal wieder aus. Setzt euch hin und schreibt einen Brief an einen geliebten Menschen, egal, ob er nah oder fern ist. Darauf kommt es nicht an, es kommt auf euer Gefühl an, wenn ihr den Brief schreibt und abschickt und die Freude, bei dem, der ihn bekommt.
Ist gar nicht schwer, Menschen glücklich zu machen.
m.
Ich habe einige solche Dinge: das Geräusch von Sand, der unter meinen Füßen quietscht, weil er so fein ist, Möwen, ein Cappuccino morgens in irgendeinem kleinen Kaffee irgendwo in Italien in der Morgensonne, die Umarmung meiner Mutter, ein richtig gutes Carpaccio (irgendwann fahre ich in Harry's Bar in Venedig und koste das Original) und der Moment, wenn ich meinen Briefkasten öffne und einen handgeschriebenen Brief, an mich adressiert, in ihm finde.
Diese Liebe zu handgeschriebenen Briefen habe ich schon sehr lange. Es fing irgendwann an, als ich 11 oder 12 war, damals schrieben meine Freundinnen und ich uns Briefe, nachmittags, wenn wir uns nicht sahen und gaben sie uns am nächsten Morgen in der Schule, eine zeitlang habe ich meine Briefe an sie (lang bevor es normal war, dass jeder einen Computer zu hause hatte) mit der alten mechanischen Schreibmaschine meiner Mutter geschrieben, eine weiße Kofferschreibmaschine mit schwarzen Tasten, die man noch kräftig runterdrücken musste und die bei jedem Zeilenwechsel ein "Pling" von sich gab, das war viel lässiger, als mit der Hand zu schreiben, damals saß man noch nicht stundenlang am Tag vor einer Tastatur... Und dann mit 13 zog ich fort von meinen Freundinnen und es gab noch keine E-Mails und kein Facebook und kein Skype und selbst das telefonieren war noch teuer und in der kleinen Wohnung in der wir lebten, hatte man nie eine Sekunde für sich allein, um in Ruhe zu telefonieren (um die wirklich wichtigen Dinge, die einen mit 13 so beschäftigen, zu besprechen). An dem Tag, an dem wir 700 km von meinen Freundinnen wegzogen, fing ich an, an sie zuschreiben, nach dem die Tränen getrocknet waren, was sehr lange dauerte, der Brief an sie wurde noch länger.
Von dem Tag an, verging kein Tag, an dem ich ihnen nicht geschrieben hätte. Ich schrieb ihnen drei zusammen, sie antworteten jede für sich. In den ersten anderthalb Jahren in dem neuen Ort hatten wir noch keinen eigenen Briefkasten und wir mussten unsere Briefe in der kleinen Post im Ort abholen. Jeden Tag bin ich hingegangen, die Angestellten kannten mich sehr schnell und ich musste nur den Kopf durch die alte Holztür stecken und entweder lachten sie mich an und griffen hinter sich in das Fach und gaben mir einen oder manchmal sogar zwei Briefe oder manchmal schüttelten sie auch den Kopf und ich sah ihnen an, dass auch sie ein wenig enttäuscht waren. Aber tatsächlich war fast jeden Tag ein Brief für mich da. Wundervolle, lange, bunte Briefe, mit ganz viel Freundschaft und Liebe drin und ganz viel zu Hause, das mir so sehr fehlte.
Schon auf dem Heimweg riss ich die Umschläge auf und der Heimweg war oft dreimal so lang, wie der Hinweg, weil ich vertieft war in mein zu Hause, der neue Ort um mich herum, verlor sich in den Zeilen, das Heimweh und das Fremde und die Einsamkeit verflüchtigten sich zwischen den Seiten und den einzelnen Worten.
Diese Briefe haben mich so glücklich gemacht, haben mir Halt gegeben in einer so haltlosen Zeit.
Und ich schrieb ihnen zurück, jeden Tag, ewig lange Briefe, der längste hatte 58 Seiten, in drei Tagen geschrieben. Ich weiß nicht mehr was ich geschrieben habe, alles was in meinem Kopf vorging. Was in einem 13 Jährigen Mädchen so vor sich geht. Es ging nicht um den Inhalt, es ging darum, das zu teilen, was wir nicht mehr teilen konnten, jeden Tag, den wir zu vor miteinander verbracht hatten. An dem ich nun nicht mehr teilnehmen konnte. Die kleinen, unbedeutenden Dinge und die großen, wichtigen Dinge, als sich die eine Freundin zum ersten Mal verliebte, der erste Kuss, von uns allen, die erste Liebe, der erste Herzschmerz, das was Freundinnen sich abends, wenn sie zusammensitzen erzählen. Diese Briefe gaben mir das Gefühl, doch noch dabei zu sein, auch wenn ich nicht mehr dabei war. Der Brief von C., der über und über mit Herzchen bemalt war, weil sie so verliebt war oder ganz großartig, der Bresso-Klecks auf einer Seite auf einem Brief von A., den sie umkringelte und dranschrieb "ich ess grad Brötchen mit Bresso drauf! Sehr lecker!" und ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lachen. So sehr, dass ich mich heute, fast zwanzig Jahre danach immer noch daran erinnere.
Und so waren die Briefe, als wenn ich neben ihr sitzen würde, während sie ihr Bresso-Brötchen ass und wir über irgendetwas so in Lachen ausbrachen - bis der Kakao in die Unterhose läuft, aber das ist wieder eine andere Geschichte - so war das, diese Briefe zu lesen.
Alle diese Briefe habe ich noch und ich könnte mich niemals von ihnen trennen. Von allem könnte ich mich trennen, nur davon nicht.
Viel Zeit ist seit dem vergangen, die Zeiten haben sich verändert, man schreibt sich E-Mails oder chattet, was seine Vorteile hat, weil es schneller geht und man eigentlich näher dran ist. Aber für mich ist es nicht vergleichbar. Man ist viel näher, wenn man ein Blattpapier in den Händen hält, auf dem geschrieben steht in der Handschrift eines geliebten Menschen, was derjenige denkt und fühlt. Die Handschrift des anderen sieht, sieht ob der Brief in Eile, in Aufregung, in Ruhe oder mit Bedacht geschrieben wurde. Das selbe Papier in den Händen zu halten, das auch der Schreiber in den Händen hielt. Es hervorgeholt hat, einen Stift mit dem er gerne schreibt, sich hingesetzt hat und sich die Zeit genommen hat, an einen und über einen nachgedacht hat. Einen Briefumschlag gesucht, die grausige Briefmarke angeleckt - auch so etwas was es heute nicht mehr gibt, heutezutage kleben alle Briefmarken von allein, wie schade... nach dem ganzen Schreiben und der Mühe war es so ein schöner Abschluss, dieses grauselige Ding anzulecken und auf den Brief zu kleben, ich werde nie den Geschmack und das Gefühl vergessen - aber man klebt die Briefmarke immer noch auf den Brief und dann ist er fertig. Dann kann er auf seinen Weg gehen, mit dem Wissen, dass er am Ende seines Weges jemanden sehr glücklich macht. Das alles ist soviel schöner, als einfach nur auf den Button "senden" zu drücken.
Viel Zeit ist seit dem vergangen. Selten macht man den Briefkasten auf und findet dort einen handgeschriebenen Brief für sich. Aber wenn, dann ist das Gefühl unbeschreiblich. Menschen, die mich im Fahrstuhl den Brief aufreißend sehen würden, mit einem Lächeln im Gesicht, dass so breit ist, dass man denken könnte es ist ein misslungener chirugischer Eingriff, könnten denken, irgendwelche Drogen wären in diesem Brief. Und vielleicht ist es auch so etwas wie eine Droge, eine Droge, die sehr sehr glücklich macht. Mich.
Probiert es einmal wieder aus. Setzt euch hin und schreibt einen Brief an einen geliebten Menschen, egal, ob er nah oder fern ist. Darauf kommt es nicht an, es kommt auf euer Gefühl an, wenn ihr den Brief schreibt und abschickt und die Freude, bei dem, der ihn bekommt.
Ist gar nicht schwer, Menschen glücklich zu machen.
m.
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